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Krypto-Haltefrist: Wann sind deine Gewinne steuerfrei?

In Deutschland bleiben Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Klingt einfach — wird bei einem Sparplan aber schnell unübersichtlich, weil jeder einzelne Kauf seine eigene Frist hat.

Stand: Juli 20266 Min. Lesezeit

Die Grundregel: ein Jahr, dann steuerfrei

Kryptowährungen gelten steuerlich als andere Wirtschaftsgüter. Verkaufst du sie mit Gewinn, ist das ein privates Veräußerungsgeschäft nach §23 Einkommensteuergesetz. Entscheidend ist die Haltedauer:

  • Weniger als ein Jahr gehalten: Der Gewinn ist steuerpflichtig und wird mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
  • Länger als ein Jahr gehalten: Der Gewinn ist steuerfrei — egal wie hoch er ausfällt.

Das unterscheidet Krypto deutlich von Aktien, wo unabhängig von der Haltedauer Abgeltungsteuer anfällt. Wer langfristig spart, hat hier einen echten Vorteil.

Der Haken beim Sparplan: jeder Kauf zählt einzeln

Die Frist gilt nicht für dein Portfolio als Ganzes, sondern für jede einzelne Anschaffung. Wer monatlich kauft, sammelt also zwölf verschiedene Stichtage pro Jahr an. Ein Beispiel:

KaufBetragSteuerfrei ab
01.03.2025200 €02.03.2026
01.04.2025200 €02.04.2026
01.05.2025200 €02.05.2026

Verkaufst du am 15.03.2026 für 700 €, ist der Anteil aus dem März-Kauf steuerfrei — die beiden anderen nicht. Ohne saubere Aufzeichnung ist das kaum zu überblicken, und genau hier machen die meisten Fehler.

Was der Tag des Kaufs bedeutet

Maßgeblich ist der Tag der Anschaffung, nicht der Tag, an dem du es aufschreibst. Trägst du einen Kauf vom 1. Juli erst Ende Juli nach, muss trotzdem der 1. Juli als Datum stehen — und der damalige Kurs, nicht der heutige. Sonst stimmen weder deine Frist noch dein Einstandspreis.

FIFO: Was zuerst gekauft wurde, gilt als zuerst verkauft

Verkaufst du nur einen Teil deines Bestands, stellt sich die Frage, welche Coins das waren. Üblich und von der Finanzverwaltung akzeptiert ist das FIFO-Verfahren (first in, first out): Die ältesten Bestände gelten als zuerst veräußert.

Für Sparer ist das meist günstig, weil gerade die alten Käufe die Jahresfrist schon erfüllt haben. Wichtig ist, dass du das Verfahren einheitlich anwendest und je Wallet beziehungsweise Börse sauber trennst.

Die Freigrenze von 1.000 Euro — und warum sie tückisch ist

Für Gewinne innerhalb der Jahresfrist gibt es eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Kalenderjahr (Stand 2024; zuvor waren es 600 Euro). Sie umfasst alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen, also etwa auch Gold oder Sammlerstücke.

Entscheidend ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag: Bei einem Freibetrag bliebe der Teil darunter frei. Bei einer Freigrenze wird bei Überschreiten der gesamte Gewinn steuerpflichtig. 999 Euro Gewinn kosten dich also nichts, 1.001 Euro werden komplett versteuert.

Was du aufbewahren solltest

Das Finanzamt erwartet, dass du deine Angaben belegen kannst. Sinnvoll ist für jeden Vorgang:

  • Datum und Uhrzeit
  • gekaufte Menge und gezahlter Betrag
  • Kurs zum Zeitpunkt des Geschäfts
  • Gebühren
  • Börse oder Wallet

Die meisten Börsen bieten einen CSV-Export, der diese Angaben enthält. Wer ihn regelmäßig sichert, spart sich später viel Rekonstruktionsarbeit — Börsen stellen den Zugang zu alten Daten mitunter ein oder verschwinden ganz.

Häufige Fragen

Wann sind Krypto-Gewinne in Deutschland steuerfrei?

Wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Dann handelt es sich nicht mehr um ein privates Veräußerungsgeschäft nach §23 EStG, und der Gewinn bleibt unabhängig von der Höhe steuerfrei.

Gilt die Haltefrist für das ganze Portfolio oder je Kauf?

Je Kauf. Jede einzelne Anschaffung hat ihr eigenes Datum und damit ihre eigene Frist. Bei einem monatlichen Sparplan entstehen dadurch zwölf verschiedene Fristen pro Jahr.

Was ist die Freigrenze bei Krypto-Gewinnen?

Für Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften innerhalb der Jahresfrist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr (Stand 2024). Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig — nicht nur der Teil darüber.

Welche Coins gelten als zuerst verkauft?

In der Regel FIFO: Was zuerst gekauft wurde, gilt als zuerst verkauft. Das ist meist günstig, weil die ältesten Bestände die Haltefrist am ehesten erfüllt haben.

Kurz zusammengefasst

  • Nach einem Jahr Haltedauer sind Krypto-Gewinne steuerfrei, unabhängig von der Höhe.
  • Die Frist läuft je Kauf, nicht fürs Portfolio — beim Sparplan also vielfach parallel.
  • Innerhalb des Jahres gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro; wird sie überschritten, ist alles steuerpflichtig.
  • Ohne lückenlose Aufzeichnung lässt sich beides nicht sauber ermitteln.

Weiter zum Vergleich: Sparplan oder alles auf einmal investieren?

Keine Steuerberatung. Dieser Text erklärt die allgemeine Rechtslage nach bestem Wissen und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Steuerrecht ändert sich, und deine Situation kann Besonderheiten enthalten. Frag im Zweifel eine Steuerberaterin oder einen Lohnsteuerhilfeverein.

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